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Die „Orte des Zuhörens“ gehen auf eine Initiative des Mailänder Kardinals Martini zurück. Sie entstanden in Mailand mit dem Namen „Centro di ascolto“ (Zentrum des Zuhörens) bereits Mitte der 70er Jahre und waren direkt an die jeweiligen Kirchengemeinden angegliedert. Heute arbeiten im Gebiet der Erzdiözese 290 Orte des Zuhörens in Zusammenarbeit mit der Caritas Ambrosiana (der Caritas in der Erzdiözese Mailand).
Gewachsene Kontakte zwischen der Caritas der Diözese Rottenburg-Stuttgart e. V. sowie der Caritas Ambrosiana führten dazu, dass 2005 der erste „Ort des Zuhörens“ in Reutlingen entstand, seit 2007 gibt es auch in Esslingen Anlaufstellen. Das Angebot hat sich bewährt, so haben im vergangenen Jahr über 400 Menschen nach Rat gesucht. Inzwischen ist es dort zum Regelangebot geworden.
Die „Orte des Zuhörens“ sind ein Angebot für Menschen in schwierigen Lebenssituationen, unabhängig ihrer Herkunft oder Konfession. Ehrenamtliche Mitarbeiter stellen den Menschen Zeit zur Verfügung und sind bereit, zuzuhören. Jeder wird unabhängig von seiner Problemlage angehört und erfährt so ein hohes Maß an Wertschätzung. Dieser Dienst am Nächsten entspricht der Grundidee des Mailänder Dekrets:
„Der erste Dienst am Nächsten ist der des Zuhörens. So wie die Liebe zu Gott im (Zu)hören beginnt, so beginnt die Liebe zum Bruder bzw. zur Schwester im Erlernen des Zuhörens“.
Das Zuhören an sich wird als Qualität erfahrbar und erkennbar. In persönlicher Gesprächsatmosphäre und ohne Zeitdruck kann der Hilfesuchende seine Sorgen in ihren ganzen Komplexitäten darlegen. Hilfe zur Selbsthilfe steht hier im Vordergrund. Neben konkreten Handlungsschritten wird je nach Anliegen geprüft, an welchen Fachdienst im sozialen Hilfenetzwerk der Kirchengemeinden und der Kommune/Gemeinde sinnvoll vermittelt werden kann.
Die enge Vernetzung von Haupt- und Ehrenamtlichen ermöglicht ein breites und qualifiziertes Angebot:
• Die Kirchengemeinden richten die Orte des Zuhörens in ihren Räumen ein und begleiten durch hauptamtliche pastorale Mitarbeiter die Ehrenamtlichen. Sie sorgen für Aufwandsentschädigung (Fahrtkostenersatz) und Anerkennungskultur.
• Ehrenamtliche aus Kirchengemeinden und Bürgerschaft stellen ihre Zeit, Zuwendung, Aufmerksamkeit und Kompetenz in den Dienst hilfesuchender Menschen. Immer zwei Personen sind im Tandem mit Hilfesuchenden im Gespräch.
• Komplexe Fälle werden durch hauptamtliche Mitarbeiter der Caritas weiter bearbeitet.
• Hauptamtliche Mitarbeiter der Caritas verantworten in enger Kooperation mit den hauptamtlichen pastoralen Mitarbeitern die Bereiche Werbung, Beratung, Coaching und Qualifizierung der Ehrenamtlichen.
Stand des Projektes: