Telefonseelsorge

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– manchmal braucht man eine Verbindung wie diese….

Unglück kann jeden treffen. Frauen, Männer, Kinder, Alte, Arbeiter und Manager, Studenten und Professoren – jeder kann unvermutet in eine akute, tiefe Lebenskrise geraten, ohne mit jemandem darüber sprechen zu können.

Beziehungsprobleme, körperliche oder seelische Erkrankungen, der Verlust eines geliebten Partners und Einsamkeit sind die häufigsten Gründe für einen Anruf bei der Telefonseelsorge. Wer anruft, muss seine Probleme formulieren, was oft schon der erste Schritt zu ihrer Bewältigung ist.

Die Telefonseelsorge ist aber nicht nur ein Kummerkaste, in den man seine Probleme “ablegen” kann. Vielmehr können die Mitarbeiter, wenn dies gewünscht wird, auf weitere, speziellere Hilfsangebote verweisen.

Oft ist die Telefonseelsorge für die Anrufenden die einzige Möglichkeit, einem Menschen “zu sagen, was sie leiden”. Für manchen war sie buchstäblich die letzte Rettung.

Im Gespräch erfährt er – bei aller gewünschten Distanz – menschliche Nähe, Zuwendung, Resonanz und damit den vielleicht wichtigten Anstoss zu neuem Lebensmut. Indem jemand zuhört, antwortet, nachfragt, erleben sich viele Anrufer wieder als lebendig und entdecken, dass Kräfte in ihnen stecken, mit denen sie ihr Problem in den Griff bekommen können.

Dennoch: Die Organisation heißt nicht Telefon oder Lebenshilfe, sondern Telefonseelsorge. Sie sieht sich heute gerade auch als Gesprächspartner, wenn es um die Sinnfrage geht: Wer Unglück ertragen muss, fragt nach dem Sinn seiner Leiden. Und das ist im Grunde die Frage nach Gott und seiner Gerechtigkeit. Diese Frage stellen heute immer mehr Menschen. Am Tag. Und vor allem am Abend und in der Nacht …

Telefonseelsorge
Die Telefonseelsorge ist ein Beratungs- und Seelsorgeangebot der evangelischen und der katholischen Kirche. Bundesweit gibt es 106 Telefonseelsorgestellen. 30 befinden sich in evangelischer, 9 in katholischer Trägerschaft, 67 werden ökumenisch getragen. Die Telefonseelsorgestellen sind rund um die Uhr besetzt. Sie sind kostenfrei zu erreichen unter den bundeseinheitlichen Rufnummern
(08 00) 1 11 01 11 und (08 00) 1 11 02 22

Nach eigenen Angaben nimmt die Telefonseelsorge jährlich über zwei Millionen Anrufe entgegen.
Die Telefonseelsorge verfügt zur Zeit über rund 7.500 ehrenamtliche Mitarbeiter. Die meisten davon sind Frauen. Geleitet werden die Telefonseelsorgestellen in der Regel von hauptberuflichen Kräften. Sie sind verantwortlich für die Organisation der Einrichtung und für die Auswahl und Ausbildung der ehrenamtlichen Mïtarbeiter. Von diesen wird unter anderem „persönliche Stabilität“, „Konfliktfähigkeit“ und eine „positive Grundhaltung zu den Kirchen“ erwartet. Nach einer Statistik der Telefonseelsorge sind Gründe für Anrufe bei ihr insbesondere Beziehungsprobleme, VereinSsamung sowie psychische und physische Krankheiten.
Zur Historie der Telefonseelsorge gehört, dass ein anglikanischer Pfarrer, aufgeschreckt durch eine hohe Selbstmordrate in London, 1953 in der „Times“ unter Angabe seiner Telefonnummer inserierte: „Ehe Sie einen Suizidversuch unternehmen, rufen Sie mich an!“. Schon bald konnte der Pfarrer die vielen Anrufe, die ihn erreichten, nicht mehr alleine bewältigen. Es kam zur Gründung der Organisation „The Samaritans“. In der Bundesrepublik reicht die Geschichte der Telefonseelsorge bis in das Jahr 1956 zurück.