Sonntagsgedanken

Danke

Jetzt fallen sie wieder, die Äpfel. Es ist ein ungleich höherer Genuss, wenn dieser nicht mit dem Flugzeug eingeflogen ist, sondern wie hier, auf der Obstwiese in der Region reift. Dann schmeckt er besonders gut. Denjenigen die sich noch dafür bücken und kräftig buckeln, und all den vielen, die dazu beitragen, das Ernte im großen Ganzen unseres Lebens möglich ist, will ich heute besonders Danke sagen. Sind sich doch die, die dem Beispiel Jesu gerecht werden und den Samen der Senfstaude in sich tragen. Mit ihrer Zuversicht, ihrem Fleiß und ihrer Liebe zur Schöpfung, gestalten sie für uns alle, unsere Erde lebensfördernd mit. Ob ich im Frühling die Blütenpracht von der Albkante aus betrachte, oder im Herbst bei der Ernte mithelfe, spüre ich den Segen dieser wunderbaren Landschaft, in der wir leben dürfen.

Die Ernte ist bald eingefahren. Alles Menschenmögliche wird dafür getan. Und nun sollen wir, laut Jesus sagen: „Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.“ Was soll denn das heißen? Will Jesus uns damit etwa die Freude nehmen? Beim Hinschauen auf den kleinen Jungen, der wie selbstverständlich, ja nahezu andächtig verkostet, bin ich überzeugt, dass es sich lohnt, dafür zu buckeln und „Sklavendienst“ zu leisten. Unser Leben steht vor großen Herausforderungen. Sollten wir dabei den Mut verlieren oder uns durch die Worte Jesu bewegen lassen: vielleicht dazu, ganz einfach nur unsere „Schuldigkeit“ zu tun? Jede und jeder an seinem und ihrem Platz. Dies ließe uns dann die vielen Glücksmomente wahrnehmen, die dabei entstehen. Und wenn wir dabei nicht alleine bleiben, uns verbinden, kann uns trotz mancher Widrigkeiten aus kleinen Anfängen Großes zuwachsen. Das lehrt uns das Evangelium. Dankbarkeit gegenüber Gott und den Menschen eingeschlossen. Danke.

Putz, Josef

Diakon Josef Putz