„Macht mit, so wie ihr seid“

Durch Jesus ging Gott ganz menschlich in die Öffentlichkeit. Am Fronleichnamstag zeigen wir Christen das besonders deutlich. Überall werden festliche Prozessionen veranstaltet, an denen unzählige Helfer beteiligt sind. Bei großen Gottesdiensten mit dem Papst oder bei Katholikentagen haben sich viele neu anstecken lassen. Sie haben gelernt, dass Gemeinschaft zwar immer Konflikte mit sich bringt, Gott jedoch auch darin nicht fern ist. Denn sogar die Enttäuschung über Menschen kann der Anfang einer spannenden Entdeckungsreise sein. Gott zeigt uns dann, dass es eine Alternative gibt zum resignierten Rückzug. Im Kampf der Meinungen tritt Jesus in die Mitte und sagt: “Friede sei mit euch.“ Er lenkt im Streit die Aufmerksamkeit auf sich. Er ist der Grund, dessentwegen wir uns engagieren für eine menschliche Welt. Würden wir nur auf die Menschen setzen, ginge uns bald die Kraft aus.

Fronleichnam ist ein Mutmachfest. Während uns auf allen TV-Kanälen Menschen gezeigt werden, die uns resignieren lassen in unserer Hoffnung für die Menschheit, lassen wir uns Jesus zeigen. Er ist das Urbild, auf das wir immer wieder zurückkommen wollen. Er verleiht uns mit all unseren Schwächen ein neues Gottesbewusstsein. Aus einer Zuschauermentalität, die abwartend mit dem Finger auf die bösen Anderen zeigt, wird eine frohe Mitmachreligiosität. Obwohl Jesus die Grenzen seiner Jünger kannte, sagte er nicht: „Schaut mir lange genug zu.“ Er sagt bis heute deutlich: „Macht mit, so wie ihr seid. Lernt im Gehen. Folgt mir nach.“ Es gibt nicht den makellosen Himmel auf der Erde. Aber es gibt Jesus. Er zeigt sich im gebrochenen irdischen Brot. Ihm laufen wir hinterher. Mit ihm und uns geht Gott auch heute in die Öffentlichkeit.

Fronleichnamsgottesdienste und -altäre