„Quälendes Spannungsfeld“ für die Kirche im Dekanat

Die klassische Sternsingeraktion mit dem Segen an den Haustüren konnte es wegen der Pandemie diesmal nicht geben. Spenden werden trotzdem gesammelt.

“Sehr traurig” findet Dekanatsreferent Thomas Weber, dass es dieses Jahr nicht die klassische Sternsingeraktion geben konnte. Zum einen warteten viele auf den Segen. Der Besuch der Sternsinger sei oft ein Lichtblick in der Einsamkeit. Zudem sei es eine wertvolle und wichtige Erfahrung für junge Menschen, etwas für andere zu tun; in diesem Jahr unter dem Motto „Kindern Halt geben – in der Ukraine und weltweit“. Zugleich hat der Referent des Dekanats Göppingen-Geislingen aber auch Verständnis für die Einschränkungen, die dem gemeinsamen Ziel der Bekämpfung der Corona-Pandemie dienten. Und auch eine wichtige Erkenntnis möchte Weber für Gesellschaft und Kirche aus der jetzigen Situation mitnehmen: Es werde leicht übersehen, dass Menschen in ihrer Einsamkeit verharrten, weil sie den Mut nicht haben, auf andere zuzugehen oder Angebote wahrzunehmen. Es genüge nicht, Leitungen, Nummern, Adressen anzubieten und offen zu halten. Auch derzeit bestehe ja das Angebot, dass Seelsorger Menschen besuchten, wenn sie dies wünschten. Manche seien aber nicht kommunikativ, nicht mutig genug, diesen Schritt zu gehen. „Daraus müssen wir lernen“, sagt Thomas Weber. Für die Kirche stelle die derzeitige Situation ein quälendes Spannungsfeld dar. Immer wieder werde die Frage aufgeworfen, wo die Kirche in der Krise sei. Und auch der Segen werde von so vielen Menschen „sehnsüchtig erwartet – gerade von älteren“, weiß Thomas Weber.

Geislinger Zeitung vom 08.01.2021

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